Lotus Elise

 —story—   —technic—

 Drei Jahre nachdem die Lotus Elise S1 der Öffentlichkeit an der IAA vorgestellt wurde sah ich die erste Elise in Frankreich. Das war anders als alles was ich bisher gesehen hatte. Das Fahrzeug ging nicht über meine Gürtellinie und die zwei großen nierenförmigen Luftauslässe an der Front liessen keinen Zweifel zu, dass es sich hier um eine Flunder mit Mittelmotor handelte. Noch wusste ich nichts über die Leichtbauphilosophie und die inneren Werte dieses Fahrzeugs, aber ich wusste, dass ich da einfach gerne hinein sitzen losfahren wollte. Als ich mich getrieben von diesen Gefühlen genauer über dieses Fahrzeug informierte, unterstrich jede neue Info die ich heraus fand, meinen Wunsch: Ich musste so ein Fahrzeug haben.

Als ich dann aber mit Studieren fertig war riss mir die Geduld. Ich redete mir ein, ein MGF Trophy mit 160PS, der vom Konzept Mittelmotor her ähnlich war, aber nur die Hälfte kostet, könnte mir meine Flausen austreiben. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass es sogar Gleichteile gab, zwischen der Fahrmaschine aus GFK und meinem Roadster im Blechgewand. Leider musste ich, als die erste Euphorie verschwunden war feststellen, dass die Verarbeitung allerhöchstens mässig, und das Fahrzeug fehleranfällig war. Also entschied ich mich  mein Elise-Ersatz zu verkaufen, den rostigen Winter-3er kurzzeitig als einzigstes Fahrzeug zu fahren und einen Finanzplan auszuarbeiten wie ich zu meinem Wunschfahrzeug komme.

Im Eliseforum lernte ich dann einige Gleichgesinnte kennen. Ich beobachtete den Markt eine Weile und fuhr diverse MK1 sowie eine MK2 (Nachfolgemodell) Probe. Zwar schien mir die neue 111 R mit dem Toyotamotor und ABS alltagstauglicher, aber das Fahrzeug das es mir angetan hatte war und blieb die MK1. Leichter, weniger Technik und weniger aggressives Auftreten waren die Hauptgründe hierfür. Natürlich wären mir 190 PS aus einem Grossserienaggregat auch lieber gewesen als die Standard 122 PS aus dem Rovermotor. Aber 2000 hatte es ja eine Sondermodell gegeben: Die 160 Sport. Schraubfahrwerk, größere Felgen, Carboncrashbox sowie Leistungssteigerung quasi ab Werk. Das war sie. Nun gab es zu diesem Zeitpunkt weniger als 20 in Deutschland zugelassene 160 Sport – Versionen und so fing ich an den Fokus auf England zu erweitern wo ein weitaus größerer Markt war, der sich zusätzlich auch noch positiv auf den Preis auswirkte.

Und so kam es, dass ich mir eine 160 Sport aus West Horsley bei Bell and Colvill  gekauft habe. Ursprünglich wollte ich die Liese, die ja wie alle Inselfahrzeuge rechtsgesteuert war, zu einer LHD (left hand driven) umbauen, aber mittlerweile hab ich mich an die Falschsitzerei gewöhnt und finde, dass diese auch ganz gut zum ohnehin eher extravaganten Fahrzeug passt. Desweiteren gibt es ja Leute, die behaupten, dass der Motor etwas linkslastig ist, um bei Alleinfahrt eine präzise 4 x 25% Verteilung zu erreichen. Mag sein, aber auch ohne dieses Argument, finde ich es gut so;o)

Hier nun einige Bilder von „meiner Liese“:

Erstes persönliches Hallosagen, bei Bell and Colvill  Erstes Kennenlernen auf dem Hof von Bell and Colvill

 imgp0574.jpg  Bell and Colvill – british style

imgp0583.jpg  Warten auf die Fähre, ob das wohl klappt ??

Es hat geklappt und die Elise ist wohlbehalten unter Deck verladen   imgp0586.jpg

imgp0624.jpg Auf dem Weg durch Luxemburg kurzer Stop in Brüssel

 Doch plötzlicher Wintereinbruch (im März!) mit 215er Sommerenreifen ;o(  imgp0636.jpg

Und so endet die Fahrt ungeplant in Stuttgart im Parkhaus                              imgp0640.jpg

Aber nur zwei Tage später steht sie dann endlich zuhause im Hof                    imgp0649.jpg

img_0721.jpg  Zwei Monate später ist der Schnee weg, Homologation ist erfolgt (Scheinwerfer, Rückfahrlicht, Nebellicht). Die Elise hat deutsche Papiere und eine Neu-Ulmer Nummer.

 Wir erklimmen Berge, zu zweit  img_0844.jpg

…aber auch mit Freunden.           img_2103.jpg

Einfach spassig……

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Eine Antwort

28 06 2008
Jonathan

Hi,
möchte mir auch ne Elise aus GB holen. Der Händler sagt, dass das Fahrzeug Kennzeichen hat und damit in England bewegt werden darf. Gilt das auch für die Überführungsfahrt durch Frankreich und Deutschland? Muss man das Auto nicht am Hafen bei der Ausreise abmelden? Kannst du mir einen Tips für die Umrüstung der Beleuchtungsanlage geben? Wo bekomme ich die Teile günstig her?

Vielen Dank im Voraus

Jonathan

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